Über

Mayr

Ich bin Daniel Mayr, Offizier und politikwissenschaftlicher Analyst.

Nach mehreren Jahren im technischen Dienst der Bundeswehr, zog es mich schließlich 2020 in die Laufbahn der Offiziere, ehe ich 2021 mein Studium der Politikwissenschaft an der Helmut-Schmidt-Universität/ Universität der Bundeswehr begann.

Schnell fand ich meine zwei Schwerpunkte: Terrorismus und Soft Power.
Ich wollte schon immer verstehen, wie insbesondere islamistische Terrorvereinigungen funktionieren und ihre Wirkung entfalten. Mein Studium lag in einer Zeit, in der der sogenannte Islamische Staat militärisch besiegt war und sich subjektiv die Aufmerksamkeit auf den Krieg in der Ukraine richtete. Ich empfand die Geschichte des IS aber nicht als abgeschlossen und richtete meinen Fokus zunächst auf seine Wirkungsweise.
Bereits früh im Studium analysierte ich die Propaganda des deutschen IS-Propagandisten Denis Cuspert, alias Deso Dogg. Es folgten weitere Analysen, u.a. auch über noch immer aktive Ableger des IS, wie der nigerianischen Boko Haram, welche sich zu einem der auffälligsten Ableger des IS entwickeln sollte und deren Wirkung auf die nigerianische Außenpolitik.

Meine Bachelor-Arbeit widmete sich ebenfalls den Ablegern des IS. Unter Anwendung von Christina Hellmichs Theorie des Franchise-Terrorismus, seinerzeit angewandt auf Al-Qaida, analysierte ich die Abu Sayyaf [Group] auf den Philippinen. Anhand ihrer Entwicklung innerhalb des langjährigen Moro-Konflikts gelang es mir aufzuzeigen, dass der Islamische Staat längst zu einem internationalen Franchise geworden ist, welches vom nahen Osten sukzessiv nach Afrika, Zentralasien und nach Süd-Ost-Asien ausgedehnt wurde.

Während meines Masters der Internationalen Beziehungen, ebenfalls an der HSU, richtete ich meinen Schwerpunkt auf Institutionen der Sicherheitspolitik. Insbesondere der negative Sicherheitsbegriff im Kontext der Machtsicherung autokratischer Regime wurde zu meinem Interessengebiet.
Es folgten Analysen über die „Shanghai Cooperation Organisation“ als Netzwerk autokratischer Sicherheit am Beispiel der Staaten Zentralasiens und Huawei als Beispiel der „Weaponized Interdependence“.

Meine Master-Arbeit beschäftigte sich mit Saudi-Arabiens „Vision 2030“. In den Fokus nahm ich den Pferdesport, welcher die strategische Verknüpfung arabischer (Pferde-/)Sportkultur mit der westlichen Sport-Wirtschaftskultur repräsentiert.
In der Analyse präsentierte ich eine Diskursanalyse, in welcher der westliche Vorwurf des Sportswashing und dessen Anwendung in westlichen und arabischen Medien untersucht wurde.
Anschließend analysierte ich das Netzwerk des saudischen Pferdesports und dessen Verknüpfung vom saudischen Königshaus, über die nationalen und internationalen Institutionen des Pferdesports und der Vision 2030 bis hin zu vermeintlich kleinen, westlichen Akteuren außerhalb des breiten, öffentlichen Interesses.

Mayr Analytics

Mayr Analytics ist ein Analyseprojekt mit dem Ziel, komplexe politische Entwicklungen jenseits tagesaktueller Schlagzeilen sichtbar zu machen.

Im Mittelpunkt stehen Analysen und Essays zu Soft Power, Terrorismus und sicherheitspolitischen Strukturen. Dabei richtet sich der Blick nicht ausschließlich auf militärische Konflikte oder spektakuläre Ereignisse, sondern auf jene Prozesse, die häufig außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung stattfinden und dennoch langfristig zur Neuordnung internationaler Machtverhältnisse beitragen.

Globale Politik entscheidet sich nicht nur auf dem Schlachtfeld. Sie zeigt sich ebenso in kulturellen Symbolen, wirtschaftlichen Abhängigkeiten, institutionellen Netzwerken und strategischer Kommunikation. Manchmal kann der Austragungsort eines Sportereignisses mehr über die außenpolitische Strategie eines Staates aussagen als die Bewegung von Truppen und Waffensystemen.

Mayr Analytics versteht Analysen als das Sichtbarmachen solcher Zusammenhänge. Ziel ist es, politische Entwicklungen nicht nur zu beschreiben, sondern sie in ihren strategischen, institutionellen und diskursiven Dimensionen einzuordnen.

Die veröffentlichten Beiträge verbinden politikwissenschaftliche Konzepte mit aktueller Beobachtung internationaler Prozesse. Dabei sollen nicht nur die offensichtlichen Akteure im Fokus stehen, sondern auch jene Dynamiken, die im Schatten großer Ereignisse wirken: die Nutzung von Soft Power, die Rolle internationaler Organisationen, die strategische Instrumentalisierung von Sport, Kultur und Wirtschaft sowie die langfristige Wirkung extremistischer Netzwerke.

Mayr Analytics richtet sich an Leserinnen und Leser, die politische Entwicklungen nicht nur konsumieren, sondern verstehen wollen – jenseits verkürzter Narrative und kurzfristiger Empörungszyklen.

Mayr Analytics ist nicht ausschließlich als persönliches Projekt gedacht. Perspektivisch soll es auch gleichgesinnten jungen Autorinnen und Autoren offenstehen, die ihre Analysen und Essays in einem thematisch klar definierten Rahmen veröffentlichen möchten. Ziel ist es, unterschiedliche analytische Perspektiven zusammenzuführen und den fachlichen Austausch zu fördern.